19. Januar 2017

Das makellos weiße Schloss im neoklassizistischen Baustil, seit 1994 der erste Amtssitz des jeweils amtierenden Bundespräsidenten, steht direkt am Spreeufer im nördlichen Teil des Tiergartens.

Als Residenz wurde es zuletzt von Bundespräsident Roman Herzog genutzt.

Der Abwesenheit des Bundespräsidenten war es zu verdanken, dass den Teilnehmern eine ausgiebige Schlossbesichtigung angeboten wurde.

Die Eingangshalle von Schloss Bellevue verbindet Ehrenhof und Park miteinander und hat den Charakter eines ebenerdigen Saales.

Hier werden Staatsgäste vom Bundespräsidenten begrüßt und tragen sich in das Gästebuch ein. Im Anschluss gehen sie auf die Terrasse, wo üblicherweise der Empfang mit militärischen Ehren stattfindet.

Im Amtszimmer empfängt der Bundespräsident seine Gäste aus dem In- und Ausland zu Gesprächen.

Zwei Salons sind – aus Gründen des Denkmalschutzes – als einzige Räume des Schlosses bis heute so erhalten, wie sie bereits der erste Bundespräsident Theodor Heuss nutzte.

Der Langhanssaal wurde als einziger Raum des Schlosses nach dem Krieg wieder in seiner ursprünglichen Form im klassizistischen Stil aufgebaut. Er ist ellipsenförmig und durch acht korinthische Säulen und zwei Kamine geprägt. Ursprünglich diente er als Tanzsaal und war der größte Saal im Schloss.

Neben Empfängen, Preis- und Ordensverleihungen und Abendessen in kleineren Kreisen finden im Langhanssaal heute die Begrüßung und das Defilee beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten statt. Außerdem überreichen Botschafter, die als Vertreter ihres Staates nach Deutschland entsandt wurden, in einer feierlichen Zeremonie dem Bundespräsidenten hier ihre Ernennungsschreiben.

Im Salon Luise bittet der Bundespräsident bei Staatsbanketten zum Defilee. Ebenso nutzt die Frau des Bundespräsidenten den Raum bei Staatsbesuchen für Gespräche mit dem Partner des Gastes. Der Salon ist nach Prinzessin Anna Elisabeth Luise von Brandenburg-Schwedt benannt, die mit Prinz August Ferdinand von Preußen verheiratet war.

Ähnlich gestaltet und benannt nach dem Bauherrn des Schlosses, Prinz August Ferdinand von Preußen ist der Salon Ferdinand.

Der Große Saal ist der größte Raum des Schlosses. Er wird für Empfänge, Konzerte, Diskussionsrunden, Preis- und Ordensverleihungen genutzt. Hier finden die Staatsbankette statt. Dazu werden 150 bis 200 Gäste geladen. Am Tisch in der Mitte des Saales sitzt der Bundespräsident mit seinem Staatsgast.

An den Wandflächen der beiden Stirnseiten des Saales hängen zwei große Farbraumkörper mit dem Titel “Begegnungen”. Die beiden “Kissenbilder” wurden vor Ort im Großen Saal geschaffen und stehen für Korrespondenz in Form und Farbe sowie Kommunikation über räumliche und andere Grenzen hinweg – ganz im Sinne des Bundespräsidenten.

Nach einer guten Stunde ist der Besuch des Schlosses beendet und die Teilnehmer wenden sich dem Bundepräsidialamt zu

Die Fassade des elliptischen Gebäudes besteht aus schwarzem Naturstein, in dem sich die umgebenden Bäume spiegeln. So fügt sich das Bundespräsidialamt unauffällig in die Naturlandschaft ein – ein Symbol für die “dienende” Rolle des Amtes im Verhältnis zum deutschen Staatsoberhaupt.

Im Gegensatz zur dunklen Außenfassade dominieren im Inneren des Gebäudes Licht und Helligkeit. Die Büros der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegen, auf drei Etagen verteilt, an den Außenwänden und sind über jeweils vier Brücken miteinander verbunden. Durch diese Anordnung kann an allen Arbeitsplätzen tagsüber ohne künstliches Licht gearbeitet werden.

Nach einer kleinen Stärkung, einem letzten Blick auf die Büste “unseres” ehemaligen Ministerpräsidenten und Bundespräsidenten Johannes Rau und einem kräftigen Applaus für die Mitarbeiterin des Bundespräsidialamtes, der diese interessante Führung zu verdanken ist, verabschiedet sich die Westwind-Gruppe.

Sebastian Frevel

Geschäftsführer von Beust & Coll.

Durch das politische Berlin weht beizeiten ein rauer Wind. Etwas "Westwind" ist da - gerade für uns Nordrhein-Westfalen - eine fröhliche und willkommene Brise.