31. März 2015

Mit der Vermutung, dass der Sturm über Berlin durch den “Westwind” verstärkt worden sei, begrüßte die Intendantin des rbb, Dagmar Reim, die Teilnehmer/innen der Führung durch das Rundfunkgebäude an der Masurenallee.

Nachdem sie die Gäste des Neujahrsempfangs des Westwind e.V. mit ihrer Rede zum Thema “Heimat” begeistert hatte, lud sie nun zur Besichtigung des jüngsten Mitglieds der Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands – ARD – ein.

Der rbb entstand am 1. Mai 2003 durch die Fusion des Senders Freies Berlin (SFB) und des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB) und bietet nun eine große Vielfalt an Rundfunk- und Fernsehprogrammen für die beiden Länder Berlin und Brandenburg.

Die Führung, zunächst durch die modernen Gebäude und im Anschluss durch das 1930 eröffnete Haus des Rundfunks bot Einsichten in die Technik der Fernseh- und Radiostudios und wurde von Herrn Lüttgens, einem von der Welt des Rundfunks begeisterten jungen Mann, der als studentische Hilfskraft bereits seit fünf Jahren dem für die Führungen zuständigen Team angehört, mit vielen Details und Hintergrundgeschichten aufgelockert.

Höhepunkt war der Gang durch die Flure des im Stil der “neuen Sachlichkeit” gebauten Haus des Rundfunks, das seinen festen Platz in der Geschichte hat.

Hier wurden die ersten Rundfunk- und Fernsehsendungen produziert und es war zum Ende der Weimarer Republik das weltweit fortschrittlichste Studio, mit dem zunächst Musik und Ton in die Wohnungen übertragen wurde.

In den Jahren zwischen 1933 und 1945 wurde es mit seinen Möglichkeiten für die Propaganda des Dritten Reichs genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet es in die Auseinandersetzung der Besatzungsmächte, wobei es in den Jahren 1950 bis 1952 von den sowjetischen Truppen besetzt und die technischen Einrichtungen weitestgehend abgebaut wurden. Besonders anschaulich wurde dies von Herrn Lüttgens am Beispiel des “Großen Sendesaals” geschildert, der während dieser Zeit von den Truppen als Schießstand auf besonders dramatische Weise zweckentfremdet wurde.

Heute ist der rbb aus der ARD-Familie nicht mehr wegzudenken – sowohl mit seinen Regionalprogrammen in Brandenburg und Berlin, mit seinen regionalen Studios im gesamten Sendegebiet, aber auch mit seinen deutschlandweit beliebten Produktionen von Tatort oder Polizeiruf 110, dem Magazin Kontraste, der Krömer-Late Night Show, aber auch für die aktuelle Information und die Unterhaltung der Menschen in Brandenburg und Berlin durch eine Vielfalt von Radioprogrammen für jeden Geschmack.

Hans Henner Becker

Deutscher Bundestag, wiss. Dienst; Autor von Tango-Theaterstücken, Chef der „Tangonale“

WESTWIND ist für mich ein Brückenschlag zwischen der alten Heimat Düsseldorf und der neuen Heimat Berlin.