5. Mai 2015

“Da schreibt eine, die die Menschen liebt. Besonders die schrägen, von denen ihre Romane eine höchst sympathische Menge verzeichnen. Es sind Romane gegen das große "Es-geht-nicht-weiter". (…)” L. von der Gönna, Westdeutsche Allgemeine Zeitung.

In einer hübschen kleinen deutschen Stadt gibt es ein Museum, das seinesgleichen sucht, so viele seltsame Exponate stehen dort herum und in geheimnisvoller Verbindung zueinander. Carlotta Goldkorn, die nette, überarbeitete Kuratorin, bereitet dort gerade die nächste Ausstellung vor und sitzt zu diesem Zweck dem Stockholmer Literaturprofessor Gösta Johansson gegenüber, der dem Museum ein Gemälde leihen will.

Christine Vogeley

Ja, natürlich. Liebe auf den ersten Blick. Und gleich darauf: eine Kettenreaktion aufwühlender Ereignisse mit (nicht gleich erkennbarem) Glückspotential: ein Paar fürs Leben, ein gelüftetes Familiengeheimnis, ein riesiger Kunstfälschungsskandal, ein gerettetes Kind und mehrere Leute, die endlich zu sein wagen, wer sie sind.

Christine Vogeley wuchs auf in einem Dorf am Rhein. Und besuchte eine Klosterschule am Rhein. Sie strahlt es aus, das Lebensgefühl des “Et het noch immer jot jejange.” Eine heitere Gelassenheit, hinter der das melancholische Wissen um Versagen, Leid und Tod liegt. Aber auch diesen Schatten würde der Rheinländer mit einem Lächeln begegnen, und mit einem Glas in der Hand zum Zuprosten. Denn das Leben geht ja immer weiter.

So – oder vielleicht auch etwas anders? – begegnet Frau Vogeley den rund 50 Gäste der Lesung in dem einführenden biografischen Gespräch.

In der anschließenden Lesung konnten wir die feine, bildhafte Sprache genießen. Vor allem aber konnten nach der Lesung alle Anwesenden bezeugen: Christine Vogeley kann nicht nur mit Worten zaubern! Sie ist auch eine Schauspielerin und Komödiantin, die mit ihrer Darstellungskunst Persönlichkeiten ins Leben rief, die doch nur schwarz auf weiß auf den Buchseiten zugegen waren.

Mit ihrer Lesung führt Frau Vogeley ihre Zuhörerschaft in großen Sprüngen durch das Buch. Vorgeführt werden uns Szenen, die menschliche Verwicklungen erkennen lassen. Wir lernen das seltsame Museum kennen, in denen Gemälde von hoher kunstgeschichtlicher Bedeutung neben anscheinend profanen Alltagsgegenständen zu sehen sind. Am Schluss aber bleiben wir mit Fragen sitzen. Wie ist es möglich, dass auf einem alten Gemälde, auf dem einzigartige Maltechniken verewigt sind, plötzlich Ergänzungen auftauchen, ganz kleine zwar nur, aber Anreicherungen, die kurz zuvor noch nicht darauf zu sehen waren? Wie aktuelle Fotografien beweisen?

Im Vordergrund Frau Vasel vom “Buchladen zur schwankenden Weltkugel”

Wenn Sie – wie wir – des Rätsels Lösung kennen lernen möchten, müssen sie das Buch erstehen – oder sich von einem der Gäste des wunderbaren, unterhaltsamen Christine-Vogeley-Abend erzählen lassen, der das Buch nach der Lesung erstanden und längst gelesen hat. Eines jedenfalls lässt sich sagen: wir waren gefesselt!

Konrad Beikircher

Autor, Musiker und Kabarettist aus Bonn; Westwind-Ehrenmitglied!

Wir Rheinländer haben Berlin gegründet. Jetzt wird es Zeit, es zum Leben zu erwecken, denn: ohne Wind ussem Westen lööf in Berlin gar nix!