11. Juni 2015

Udo Scheel wurde 1940 in Wismar geboren. Aber er studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf, unterrichtete als Kunsterzieher an Schulen in Mülheim (Ruhr) und Oberhausen und wurde 1971 von der Landesregierung mit der Gründung einer Außenstelle der Kunstakademie Düsseldorf in Münster beauftragt. Fast „im Alleingang“ schuf er aus dieser die Kunstakademie Münster.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Udo Scheel

Am 11. Juni trafen sich die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder in der „Botschaft des Westens“, um sich auf das anschließende Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vorzubereiten. Im Kanzleramt wurde am Abend um höhere Zuschüsse des Bundes an die Länder zu Bewältigung der Lasten aus der rapide gestiegenen Zahl von Asylbewerbern gerungen. Eigentlich hatte Hannelore Kraft deshalb keine Zeit, aber die Ehrung von Udo Scheel anlässlich seines 75-sten Geburtstages war ihr wichtig genug, die Runde Ministerpräsidenten zu verlassen. Die Laudatio auf Udo Scheel ließ sie sich nicht nehmen.

Frau Kraft erzählte, dass es der Wunsch des damaligen NRW-Wissenschaftsministers Johannes Rau gewesen sei, neben der renommierten „rheinischen“ Kunstakademie Düsseldorf eine zweite im westfälischen Münster zur errichten. Dass aus diesem Wunsch Wirklichkeit wurde, habe Nordrhein-Westfalen Udo Scheel zu verdanken. Denn Scheel wurde mit der Gründung einer Außenstelle der Düsseldorfer Akademie in Münster beauftragt und ging ans Werk. Hannelore Kraft:

„Dort stellten sie den Lehrbetrieb auf die Beine. Und schufen im Laufe der folgenden Jahre aus diesem „Institut für Kunsterzieher Münster der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf“  die Kunstakademie Münster. Ihr langjähriger  Münsteraner Kollege Prof. Timm Ulrichs hat es auf den Punkt gebracht: ‚Udo Scheel personifiziert gleichsam die Kunstakademie Münster, ohne ihn ist sie gar nicht denkbar. Mit einem Wort: sie ist das Werk Udo Scheels, fast im Alleingang.‘ Das ist das Urteil eines Weggefährten, der 33 Jahre lang am Aufbau der Kunstakademie mitgewirkt hat und heute als einer der wichtigsten deutschen Konzept- und Aktionskünstler gilt.“

Ihr Dank galt aber nicht nur dem Gründungsleiter, dem langjährigen Prorektor und Rektor a.D. der Akademie – sondern vor allem auch dem Lehrer Udo Scheel. In lebhafter Erinnerung sei ihr ein Besuch der Münsteraner Akademie geblieben, bei dem sie vor allem durch Gespräche mit den Studentinnen und Studenten gespürt habe, mit welcher Begeisterung an der Akademie gelehrt und gelernt werde.

Hannelore Kraft, der Westwind-Vorsitzende Erik Bettermann und Christina Rau

Udo Scheel bedankte sich in einer disziplinierten Kürze, die seinem Naturell als Erzähler, der auch mit Worten große Werke zu schaffen vermag, Gewalt angetan haben muss. Sein Dank galt nicht nur der Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, sondern auch den Veranstaltern, der Vertretung des Landes NRW beim Bund und dem NRW-Hauptstadtnetzwerk Westwind e.V. – und bereits vorab der Akkordeonistin Franka Herwig für den musikalischen Abschluss des Empfangs mit dem Stück „Tslalim“, das Samir Odeh-Tamimi für diesen Anlass komponiert hatte, .

von links: Samir Odeh-Tamimi, Franka Herwig, Erik Bettermann

Franka Herwig nahm auf der Bühne auf einem Stuhl Platz, verschwand fast hinter ihrem Instrument – und entzündete dann ein musikalisches Feuerwerk mit unvertrauten Tonfolgen und Harmonien, mit ungestüm wirkender Wucht und dann konzentrierten leisen Passagen. Ein Werk des palästinensisch-israelischen Komponisten Samir Odeh-Tamimi, der Kompositionsaufträge u.a. von den Salzburger Festspielen,  von der Ruhrtriennale und vom Westdeutschen Rundfunk erhielt. Die von Frank Herwig virtuos präsentierte Komposition Tslalim schrieb Odeh-Tamimi eigens für den Empfang für Udo Scheel.

von links: Frau und Herr Rotermund, Thomas Beyer, Udo Scheel
von links: Michael Schmalfuß, Susanne Obert; Volker Meier, Leiter der Landesvertretung, Erik Bettermann

Erik Bettermann dankte Frau Herwig und Herrn Odeh-Tamimi für den fulminanten Ausklang und den rund 70 Gästen für Ihr Kommen. Einen besonderen Dank richtete er an Herrn Thomas Beyer, den Bürgermeister von Wismar, Udo Scheels Heimatstadt, der seine Teilnahme trotz konkurrierender Termine doch noch ermöglichen konnte. Erik Bettermann dankte dem Marburger Galeristen Michael Schmalfuß und seiner Berliner Geschäftsführerin Susanne Obert für die Ausstellung von Werken Udo Scheels und der Bildhauerin Silke Rehberg, einer Meisterschülerin der Kunstakademie Münster, in der Knesebeckstraße 96 in Charlottenburg und wies die Gäste nochmals darauf hin, dass für einen anschließenden Besuch der Galerie ein kostenfreier Taxitransfer zur Verfügung stehe.

Christina Rau, Udo Scheel
In der Mitte: Gunda Scheel

Rund 30 Gäste nutzten die Gelegenheit, in der Galerie den Künstler und den Galeristen nochmals ausführlich zu hören und die einmalige Atmosphäre der Galerieräume und die präsentierten Werke zu genießen.

Franka Herwig, Udo Scheel

Margarete Schwind

SCHWINDKOMMUNIKATION, Berlin

Die Veranstaltungen auf der Westwind-Seite sind so verlockend. Hätte ich mehr Zeit – ich wäre bei den Besichtigungen immer dabei!