15. September 2015

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude des Flughafens Tempelhof spiegelt die wechselvolle Geschichte Berlins wider…

Luftaufnahme anlässlich einer Flugschau

Der Flughafen war Teil der Planungen für die Umgestaltung der Reichshauptstadt unter Ägide von Hitlers Chefarchitekt Albert Speer. Nach den Vorstellungen Hitlers sollte Berlin als europäische Hauptstadt das größte Luftkreuz der Welt erhalten. Der Flughafen Tempelhof wäre einer von fünf Berliner Flughäfen gewesen und vor allem als Regierungsflughafen genutzt worden.

Die Fertigstellung der Abfertigungshallen erfolgte aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Im Krieg, in welchem das Bauwerk in Teilbereichen der Rüstungsproduktion diente, wurde der “normale” Zivilflugverkehr vom alten Flughafen Tempelhof aus den 1920er Jahren abgefertigt. Dieser befand sich ursprünglich auf dem Gelände des heutigen Flugfeldes.

Tempelhof ist aber auch ein Symbol der Freiheit, die Luftbrücke 1948/49 hat den Flughafen weltberühmt und zum Mythos gemacht. Während der deutschen Teilung blieb er für viele Menschen das Tor zur freien Welt.

Der Flughafen wurde vom Architekten Ernst Sagebiel geplant und zwischen 1937 und 1941 erbaut. Er galt bei seiner Fertigstellung als das größte Gebäude der Welt. An dieser Einschätzung hat sich eigentlich nicht viel geändert, heute ist als einzelnes Gebäude nur das Pentagon in Washington flächenmäßig größer.

Versammlung der Teilnehmer auf der Aussichtsterrasse

Von der erst seit kurzem frei gegebenen Aussichtsterrasse lohnt sich in Blick in die Runde – ganz besonders dann, wenn das Wetter mitspielt:

Tempelhof
Schöneberg
Potsdamer Platz (gezoomt)

Zahlreiche Legenden ranken sich um die Geschichte und Architektur des berühmten Flughafens. Auf der für die Westwind-Gruppe gebuchten Tour “Verborgene Orte” war zu erfahren, was davon stimmt und was ins Reich der Phantasie gehört.

Die Tour führte in den Untergrund des Gebäudes, zu den verschiedenen Bunkern und Kellergewölben, u.a. zum so genannten Filmbunker, dessen Inhalt in den letzten Kriegstagen in Flammen aufging und der in seiner heutigen Form zahlreiche Rätsel hinterlassen hat.

Skizze des Bunkers
Filteranlage des 1945 ausgebrannten Dokumentenbunkers
Filteranlage des 1945 ausgebrannten Dokumentenbunkers

Die Verwaltungsbauten und ein Teil der Hangars verfügen über normale Keller, die im Krieg zu Bunkern ausgebaut wurden. An den Wänden sind noch recht merkwürdige Ausschmückungen aus der Kriegszeit erhalten geblieben – Wandmalereien nach Motiven von Wilhelm Busch.

Sebastian Frevel

Geschäftsführer von Beust & Coll.

Durch das politische Berlin weht beizeiten ein rauer Wind. Etwas "Westwind" ist da - gerade für uns Nordrhein-Westfalen - eine fröhliche und willkommene Brise.