09. November 2015

Passend zur Novemberstimmung präsentierte Wolfgang Brunner am 9. November einen Roman vom Niederrhein. Im Mittelpunkt eine alte Burg, das Schloss Ringenberg, und die Sage um die „weiße Frau“, die über die Jahrhunderte hinweg Kontakt aufnimmt zu einem jungen Mann von heute. Die damit begonnene Reise führte danach in noch fantastischere Welten, erschlossen durch Textpassagen aus weiteren Romane vom Niederrhein.

Wolfgang Brunner und „Die weiße Frau“

Wolfgang Brunner erblickte das Licht dieser Welt im Süden der Republik, in Freising und wuchs in München auf. Ab 2001 schlossen sich Berliner Jahre an, aber sein Lebensmittelpunkt ist seit einigen Jahren in Nordrhein-Westfalen zu finden:  Brunner lebt zusammen mit seiner Frau, deren drei Kindern und einem gemeinsamen Sohn in Hamminkeln, am „rechten“ Niederrhein. Und spricht, wie man dort zu sprechen pflegt, hochdeutsch.

Lesen und schreiben, das war und ist seine Passion. Im Alter von 20 Jahren hatte Wolfgang Brunner bereits vier Romane geschrieben. Eine für seinen Lebensweg entscheidende Begegnung war die mit dem Schriftsteller Michael Ende im Jahr 1989. Endes Ratschläge, Endes Ermutigung ist ihm so wichtig, dass er den entsprechenden Brief auf seiner Website öffentlich zugänglich gemacht hat, ohne die kritischen Hinweise zu verbergen.

Der Einstieg in die „Weiße Frau“ entführte die rund 40 Gäste, darunter auch Freunde und Bekannte des Autors, sachte in eine Zwischenwelt, in der die Grenzen des Hier und Jetzt allmählich schwanden und eine geisterhafte Gestalt immer deutlichere Konturen gewann. Die Stimmung, die uns Zuhörer immer fester umgarnte, ist schwer zu beschreiben. Es war wie bei einer leisen Sucht: Gibt es mehr davon? Aber: Sie können es ja nacherleben, indem Sie „Die weiße Frau“ bestellen. Und lesen. Bei Amazon ist der Roman mit fünf Sternen bewertet.

Die Auflösung der Gewebe enthielt der Autor uns vor. Selbstverständlich. Aber er hatte Geschmack gemacht, mit ihm in eine noch fantastischere Welt einzutauchen, in eine Reise ins Reich der Toten mit seinem Werk „Cryptanus“. Brunner erklärte hierzu, dass er sich lange und intensiv mit Nahtod-Erfahrungen befasst, die damit gefundenen Fährten aber halt weiter verfolgt habe.

Das Angebot einer weiteren Zugabe nahm sein Publikum dankbar an und lauschte schließlich noch Brunners Lesung aus seinem persönlichsten Buch, dem „Schmetterlingsmann“, einer Liebeserklärung an seine Lebensgefährtin, die eigentlich nur als Geburtstagsgeschenk gedacht war. Sein Verlag aber, der die Produktion einiger weniger Exemplare für den Privatgebrauch übernommen hatte, bestand darauf, den Text ins Buchsortiment zu überführen.

Nach dem Ende der Lesung konnte Brunner etliche seiner Bücher signieren. Er hatte sie selbst mitgebracht und auf dem gewohnten Büchertisch ausgelegt. Die Heimreise konnte der Autor mit leichterem Gepäck antreten.

Tim Arnold

The Boston-Consulting Group, Köln; 2006 – 2010 Leiter der NRW-Vertretung in Berlin, zählte zum Gründungsteam des Westwind e.V.!

Meine Westwind-Mitgliedschaft ist Ehrensache: Wir Nordrhein-Westfalen in Berlin halten zusammen.