14. Juli 2016

Was für ein Abend! Tango-Theater in der „Botschaft des Westens“ in der Tango-Metropole Berlin. Mit der fabelhaften Leistung des Schauspielers Florian Alexander Felder, der Musiker Gabriel Battaglia (Gitarre) und Hans Henner Becker (Mandoline) und vor allem der Sängerin Duna Rolando. Dazu eine große Überraschung: ein Raumklang wie in einer kleinen Kathedrale oder einem Konzertsaal. Der Einladung in den Souterrain-Wintergarten …

…der NRW-Landesvertretung waren rund 60 Personen gefolgt, der Wintergarten war damit gut gefüllt. Zwischen den Konzertgästen und den Künstlern gab es keine Grenze, keine Bühne, sie bewegten sich auf der gleichen Ebene. Eine Gemeinsamkeit entstand, eine intensive Nähe zur dargebotenen Kunst – und umgekehrt zum Publikum. Mit fortschreitendem Programm schien es, als würde die ohnehin gute Stimmung sich immer stärker synchronisieren, wie sich zum Schluss in einem nicht enden wollenden Applaus zeigte. Und bei nicht wenigen Gästen in einem geradezu euphorischem Urteil über das Erlebte.

von links: Gerhard Sauer, Rita Brückner, Duna Rolando, Gabriel Battaglia, Florian Alexander Felder
Hans Henner Becker und Gerhard Sauer
Florian Alexander Felder
Gabriel Battaglia
Duna Rolando

Hans Henner Becker schreibt Tango-Theaterstücke. Und stellt sie als Regisseur auf die Bühne. „Hannes“ Becker, gebürtiger Düsseldorfer, also ein Rheinländer - ist als bekennender Nordrhein-Westfale selbstverständlich auch Westwind-Mitglied. Was lag näher, als ihn in einer gemeinsamen Aktion von Westwind e.V. und NRW-Landesvertretung mit seinem aktuellen Stück in die „Botschaft des Westens“ zu holen?

Geplant war eine Sommeraufführung im Tiefhof der Landesvertretung. Kurzfristig entschied man sich für den Umzug in den Wintergarten, weil ein kühler, windiger Abend, eventuell mit Regenfällen, angekündigt worden war. Das Projekt „Musik im Tiefhof“ ist damit nicht beerdigt. Allerdings wissen die Veranstalter nun aber auch um die hervorragende Akustik im Souterrain-Wintergarten!

In „Man nennt mich Tango“ verleiht Florian Alexander Felder dem Tango seine Stimme. Er erzählt von den Milieus in Buenos Aires, der Tango-Weltmetropole, in denen der Tango groß wurde und nach wie vor den Ton angibt. Er erzählt von Leidenschaft, Schwermut und Trauer, von dem Lebensgefühl, das den Tango beherrscht, und von Liebe, Not und Verzweiflung in Beziehungen, die ihm immer aufs Neue Nahrung zuführen.  An diesem Lebensgefühl nehmen die Gäste des Abends teil, durch die Tango-Songs, die Gabriel Battaglia - und einige Male in seiner Begleitung Hannes Becker mit seiner Mandoline - zum Klingen bringt. Vor allem aber durch Duna Rolando, der großartigen Tango-Sängerin, die mit den Liedern an unsere Herzen rührte.

Kraft tanken konnten Gäste und Aufführende in einer Pause, in der am Saal angrenzenden WestLounge Salate und argentinische Teigtaschen, Empanadas, angeboten wurden und dazu ein wuchtiger argentinischer Rotwein, in dem die Sonne Südamerikas gebunden war.

Margarete Schwind

SCHWINDKOMMUNIKATION, Berlin

Die Veranstaltungen auf der Westwind-Seite sind so verlockend. Hätte ich mehr Zeit – ich wäre bei den Besichtigungen immer dabei!