22. April 2016

Wegen des ungebrochenen Interesses an einem Besuch des Bundesrates ermöglichte Frau Lorenz, Leiterin des Besucherdienstes, dem Westwind e.V. einen vierten Besuchstermin.

Wie auch bei den vorherigen Terminen in den Jahren 2013 und 2014 war die Veranstaltung in kürzester Zeit ausgebucht. Gut gelaunt, überpünktlich und gespannt auf die vor ihnen liegenden Ereignisse versammelten sich die Teilnehmer und wurden zunächst in einen Sitzungssaal geführt, wo sie zunächst von Frau Lorenz begrüßt wurden. Es folgten Ausführungen zur Bedeutung des Bundesrates, Erklärungen zum Ablauf einer Plenarsitzung und abschließend die Beantwortung von Fragen.

Während der 45-minütigen Teilnahme an der Plenarsitzung, die auf die Einführung im Sitzungssaal folgte, konnten diverse Debatten zu Landesinitiativen verfolgen werden, sie diente aber auch der Betrachtung des Plenarsaales:

Die Architekten Schweger & Partner schufen einen hellen Saal mit moderner Einrichtung, der durch das durch die Glasdecke einfallende Tageslicht eine beeindruckende Höhe vermittelt. Große Wandöffnungen aus Glas verbinden den Saal mit den angrenzenden Räumlichkeiten. Das Parkett des Bodens, die Wandvertäfelungen aus Birkenfurnier und die moderne Einrichtung vermitteln eine ruhige, sachliche Atmosphäre. Über dem Sitz des Präsidiums sind die 16 Wappen der Bundesländer angebracht.

Im Anschluss an den Besuch des Plenarsaales wurde die Gruppe von Frau Lorenz mit höchst interessanten Informationen zur geschichtsträchtigen Vergangenheit des Gebäudes versorgt.

Das Gebäude des Bundesrates kann auf eine über hundertjährige deutsch-preußische Geschichte zurückblicken. Es wurde ursprünglich als Sitz des Preußischen Herrenhauses erbaut, wechselte aber im Laufe des Jahrhunderts mehrere Male den Besitzer.

In gewohnt launiger Weise, gespickt mit spannenden Erzählungen und Anekdoten, die sie und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Archiven Berlins gefunden haben, umriss Frau Lorenz die wechselvolle Geschichte des Bundesrat Gebäudes.

Mit einer kleinen Hausführung schloss Frau Lorenz den Besuch der Westwindler ab. Sehr beeindruckend war ein Blick in die Wandelhalle. Hier hat die deutsche, international anerkannte Künstlerin Rebecca Horn mit ihren “Drei Grazien” eine Rauminstallation geschaffen, die der Halle Leichtigkeit und Leben verleiht: in den drei Kuppelöffnungen sind goldene Lanzen angebracht, die, durch Bewegungsmelder gesteuert, langsam im Kreis schwingen. Sie sollen im Zusammenspiel mit der Architektur des Gebäudes eine Brücke zwischen Vergangenheit und Moderne herstellen und den Blick in die Glaskuppel leiten.

Konrad Beikircher

Autor, Musiker und Kabarettist aus Bonn; Westwind-Ehrenmitglied!

Wir Rheinländer haben Berlin gegründet. Jetzt wird es Zeit, es zum Leben zu erwecken, denn: ohne Wind ussem Westen lööf in Berlin gar nix!