Freitag, 29. März 2019, 19:00 Uhr

Hasi, so wird Hartung Siegward Graf von Quermaten zu Oytinghausen gerufen, wird um sein Erbe betrogen und gerät obendrein in Lebensgefahr. Hat also wahrlich nichts zu lachen. Ganz anders als die Leserinnen und Leser dieses Berlin-Krimis...

Das Autorenpaar Sue und Wilfried Schwerin von Krosigk
Leo Dautzenberg, Westwind-Vorsitzender
Ditmar Gatzmaga, Moderator

Ein Kriminalroman, der die Lachmuskeln strapaziert – das war die ungewöhnliche Kost, mit der der Westwind e.V. seine Gäste Ende März verwöhnte. Ungewöhnlich war auch, dass der Autorin und dem Autor die WestLounge im Souterrain der „Botschaft des Westens”, der NRW-Landesvertretung in Berlin, bereits vertraut war – ein zweites Mal hatte der Westwind e.V. noch Niemandem die Bühne für eine zweite Lesung geboten.

Aber es drängte sich halt auf: Mit dem „Minutenschläfer” hatten die Gäste Hasi, diesen Ermittler wider Willen und Talent, Mitte 2017 kennengelernt. Und die Anregung mitnehmen dürfen, ihre Aufmerksamkeit auch seinem zweiten Fall zu widmen, „Die Pergamonmorde” lautete der Titel dieses Nachfolgeromans. Die vielen positiven Rezensionen über den dritten Fall animierten das Westwind-Team nun zu einer zweiten Einladung.

Margarete Schwind, Schwindkommunikation; diese Agentur ist immer mal wieder Veranstaltungspartner, hatte auch für die aktuelle Lesung geworben und mit eingeladen
links: Sabine Schaub, Schwindkommunikation

Leo Dautzenberg, der Vorsitzende des Westwind e.V. begrüßte die mehr als 40 Gäste, auch mit dem Hinweis darauf, dass dieser Abend die erste Veranstaltung des im März neugewählten Westwind-Vorstands sei. Mit einer knappen Anmoderation sorgte Ditmar Gatzmaga dann dafür, dass Sue und Wilfried Schwerin von Krosigk sich vorstellen konnten. Kennengelernt hatten sie sich während ihrer Studienzeit an der Universität Bonn. Dann aber hatten die Wege sich getrennt, Sue verschlug es nach Berlin, Wilfried für zehn Jahre nach New Yorck. In Berlin trafen sie sich erneut und entschieden diesmal, einen gemeinsamen Weg zu gehen.

Gemeinsam schrieiben sie seither Drehbücher für das Fernsehen, viele Drehbücher. Der erste gemeinsame Kriminalroman durchbrach die dadurch gewachsene Routine, und der Erfolg des Romans animierte zum Weitermachen.

Aktuell zum Vergnügen der Gäste in der WestLounge. Als Erstes wurden sie mit einem coolen Typen bekannt gemacht, mit Gabriel. Angereist aus Paris, wurde er, um sein Hotel zu erreichen zu können, zum Umstieg in eine S-Bahn aufgefordert, dann, an der Jannowitzbrücke, zum Umstieg in die U-Bahnlinie 8. Halb Zwei in der Nacht musste er am Hermannplatz ein weiteres Mal umsteigen, als eine „Dreiergang junger muskulöser Männer” ihm den Weg verstellte. Offenbar interessierten sie sich für den stabilen Koffer, den der späte U-Bahn-Nutzer mit sich führte.

Es entspann sich ein verbaler Gedankenaustausch, der dann blitzartig endete. Gabriel ging weiter und ließ die drei Leichen hinter sich liegen. Mit Verletzungen, die offenbar ohne Waffengebrauch zustande gekommen waren.

Als die Polizei später die Aufzeichnungen der Überwachungskameras studierte, um den Täter zu identifizieren, gelang dies zwar nicht. Aber die Ermittler erkannten den versierten Profi, der offenbar immer gewusst hatte, wie und wo er dem Auge der Kamera ausweichen musste.

Hasi war nicht mehr der verarmte Adlige aus dem „Minutenschläfer”. Das lag hinter ihm, dank einer Erbtante, die ihm eine staatliche alte Villa samt Interieur vermacht hatte. Unglücklicherweise aber hatte er die Verwaltung dieses Erbes einem Verwandten anvertraut, der einem Betrüger auf den Leim ging. Das Haus musste Hasi abschreiben. Um wenigstens etwas Geld zu retten, wollte der Graf von Quermaten versuchen, die 15 Gemälde zu versilbern, die vormals zum Besitzstand seiner Tante zählten. Eines davon wollte er keinesfalls veräußern, ein kleines, das auf ihn wirkte, als habe seine Tante es als Hobbymalerin selbst gefertigt, ihn trieben diesbezüglich also sentimentale, persönliche Gründe.

Einen Käufer für die 15 Gemälde fand er relativ leicht. Dieser aber wusste: vierzehn davon waren praktisch wertlos, bis auf das eine kleine, das könnte Millionen bringen. Und ausgerechnet an dem hing das Herz des Verkäufers. Wie nur war das zu erweichen?

Verraten wollen wir das hier nicht. Nur soviel: es musste auch etwas überaus Persönliches sein, das zu gestehen gleichzeitig ein Geheimnis lüften sollte.

Norbert Lemken

Bayer AG, Director Agricultural Policy, Verbindungsbüro Berlin; Landwirt und Betriebswirt

Die Westwind-Treffen sind für mich zugleich Heimat und Rückenwind, und das in sehr angenehmer Atmosphäre.