20. Oktober 2017

Auf gemeinsame Einladung des Westwind e.V. und der Berlin-Brandenburger Sektion der Heinrich-Heine-Gesellschaft stellte Oliver Steller sein Programm „Spiel der Sinne“ vor.

Klaus Brückner, Westwind e.V.
Prof. Schiffter, Heinrich-Heine-Gesellschaft Sektion Berlin-Brandenburg

Gemeinsam mit dem Saxophonisten Bernd Winterschladen führte Oliver Steller die rund 100 Gäste in der Landesvertretung NRW – der Botschaft des Westens in Berlin - in die gefühlvolle Welt deutscher Frauenlyrik aus mehreren Jahrhunderten.

Mit seiner einfühlsamen Stimme rezitierte und sang Steller auf gleichermaßen berührende und unterhaltsame Art Gedichte von Frauen – beginnend bei einem der wohl ältesten Gedichte aus dem Mittelalter über Lyrik aus der Renaissance bis zur aufbegehrenden Lyrik, die vor allem im letzten Jahrhundert mit ihren Gedichten zur Veränderung des Frauenbildes in der Gesellschaft beigetragen haben. Oliver Steller hat seine über rund 25 Jahre gesammelten Gedichte zum Teil vertont und stellt sie sehr erfolgreich als ein „lyrisch-musikalisches Miteinander, Nebeneinander und Gegeneinander von Gedichten“ vor.

So kamen sie alle zu Wort – Else Lasker-Schüler, Mascha Kaléko, Hilde Domin, Ingeborg Bachmann, Rose Ausländer, Annette von Droste-Hülshoff, Marie-Luise Kaschnitz, viele andere und – nicht zuletzt – Eva Strittmatter, die auch mit einer Gedichtzeile den Titel des Programms „Spiel der Sinne“ inspiriert hat. Und in der Tat – die Zuhörer wurden von den Klängen der virtuos von Oliver Steller gespielten 12saitigen Gitarre und von dem brillanten Saxophon- und Klarinettenspiel von Bernd Winterschladen ebenso in den Bann gezogen, wie von den Bildern, die Oliver Steller mit den Gedichten, aber auch durch seine begleitenden Texte in den Köpfen erzeugte. Und wer sich darauf einlassen wollte auf die Texte von Liebe und Treue, von Spott und Zorn, aber auch von Vergänglichkeit und Hoffnung, der konnte an diesem Abend auch Mitspieler im Spiel der Sinne sein.

Es war das vierte Mal, dass der Westwind Oliver Steller zu Gast hatte – wir hoffen und wünschen uns sehr, dass es nicht das letzte Mal gewesen ist.

Fotos: Reiner Zensen

Clemens Appel

Staatssekretär a.D., Rechtsanwalt, Potsdam

Der Westwind verkörpert für mich den Brückenschlag zwischen meiner alten Heimat Bonn und Potsdam, wo ich jetzt zuhause bin.