13. Dezember 2018

Der Kunstfund Gurlitt hatte 2013 international für Aufsehen gesorgt. Denn die 1500 Kunstwerke, die Cornelius Gurlitt, der zurückgezogen lebende Sohn des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt von seinem Vater geerbt hatte, sind verdächtig.

Hildebrand Gurlitt arbeitete während der Zeit des Nationalsozialismus als Kunsthändler, wobei er «Entartete Kunst» an Käufer im Ausland vermittelte. Dabei wurden nicht selten Kunstwerke aus jüdischen Familien entwendet, weshalb der Kunstfund viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erregte: War die gefundene Sammlung Raubgut aus der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft?

Um diesem Verdacht nachzugehen, stellte der deutsche Staat die für die Forschung nötigen Mittel zur Verfügung, während sich Cornelius Gurlitt verpflichtete, als Raubkunst identifizierte Werke zu restituieren.

Seit September präsentieren die Bundeskunsthalle Bonn und das Kunstmuseum Bern, Erbe nach Cornelius Gurlitt, Kunstwerke aus dem Nachlass sowie eine Vielzahl von Originaldokumenten und historischen Fotografien. Die Ausstellung zeichnet den wendungsreichen Lebensweg Hildebrand Gurlitts nach: Obwohl ein leidenschaftlicher Verfechter der Moderne, gehörte er zu den aktiven Verwertern der Aktion „Entartete Kunst“ um schließlich – trotz einer jüdischen Großmutter – zum Chefeinkäufer für das von Adolf Hitler persönlich geplante „Führermuseum“ in Linz aufzusteigen.

Die in einen historischen Gesamtkontext eingebettete Schau basiert auf dem aktuellen Forschungsstand zum „Kunstfund Gurlitt”. Gezeigt werden nicht nur ca. 250 Kunstwerke, die jahrzehntelang dem Blick der Öffentlichkeit entzogen waren und ein breites Spektrum der Kunstgeschichte abbilden, sondern es wird die Herkunft jedes Kunstwerks thematisiert. Die Ausstellung gewährt so auch Einblicke in die Geschichte der Objekte und die Schicksale der verfolgten, meist jüdischen Sammler*innen, Kunsthändler*innen und Künstler*innen, die dem NS-System zum Opfer fielen und zeigt somit das kontroverse Erbe des Kunsthändlers Hiildebrand Gurlitt im geschichtlichen Kontext.

Mit einem breiten Spektrum von Kunstepochen und Stilen, das von Dürer bis Monet und von Cranach bis Kirchner und Rodin reicht, zeigt die Ausstellung Kunstwerke, die jahrzehntelang als verschollen galten, und spiegelt den aktuellen Forschungsstand zum Kunstfund Gurlitt. Indem sie der Herkunft jeder einzelnen Arbeit nachgeht, richtet sie ihren Blick auf die einzigartigen Geschichten dieser Objekte: Viele von ihnen wurden 1937 als entartete Kunst in deutschen Museen beschlagnahmt, bei einigen besteht der Verdacht auf NS-verfolgungsbedingten Entzug. Bei einer großen Zahl der Werke wird die Provenienz wohl ungeklärt bleiben, da aussagekräftige Dokumente verloren gingen oder die Spur der Werke im Kunsthandel bewusst verwischt wurde

Petra-Sabine Ullrich

Tätig für die CDH e.V. – Der Verband für Vertriebsprofis

Ich bin gerne im Verein Westwind. Es ist immer wieder schön, ab und an Heimatgefühle vermittelt zu bekommen und Kölsche Töne zu hören. Die regelmäßigen Stammtische sind stets eine Bereicherung. Schnell ist man in Kontakt mit sympathischen Menschen, die alle eines verbindet: die Liebe zu NRW.