23. Oktober 2018

Gut gelaunt und schlagfertig präsentierte sich Norbert Lemken, Westwind-Mitglied der ersten Stunde, beim Gespräch mit Klaus Brückner, dem Stellvertretenden Vorsitzenden, am 23. Oktober in der WestLounge – dem Clubraum der Botschaft des Westens.

Mehr als 50 Gäste verfolgten nach der Begrüßung durch Leo Dautzenberg, den Vorsitzenden des Westwind e.V., gespannt, wie Norbert Lemken seinen Werdegang schilderte.

Als Jüngstem von 5 Geschwistern war es ihm zunächst bestimmt, sich auf die Übernahme des landwirtschaftlichen Hofes in Kevelaer vorzubereiten – ohne das heute übliche „Gap Year“ unmittelbar nach der Schule als Lehrling mit einer Lehre und anschließender Weiterbildung zum Staatlich geprüften Landwirt (Landwirtschaftsmeister). Diese dörfliche und landwirtschaftliche Welt „war ihm jedoch nicht genug“, so faszinierend er sie heute wie damals empfindet und mit großer Leidenschaft beschreibt.

Norbert Lemken ergriff die Möglichkeiten, die sich ihm boten, um die Grenzen seines persönlichen Universums zu erkunden und zu erweitern – als Medienassistent für TV-Produktionen der Akademie Klausenhof während des Zivildienstes, in der einjährigen Weiterbildung zum Organisationssekretär, als Geschäftsführer der Katholischen Landjugend im Bistum Aachen oder als Büroleiter eines Bundestagsabgeordneten im Bundestag in Bonn.

Ausgerüstet mit diesen vielfältigen Erfahrungen und mit einem während dieser Tätigkeiten im Abendstudium erworbenen Abschlusses als Diplom-Betriebswirt war die Zeit 1996 reif, dem Ruf der Bayer AG zu folgen und sich Fragen der Agrar- sowie Umweltpolitik und der Öffentlichkeitsarbeit in der Unternehmenszentrale Monheim zu widmen.

Nach 6 Jahren seiner Firmenzugehörigkeit machte er seinen Weg vom Pressereferenten und Public Affairs Manager zum Leiter Global Media Relations der neu eingerichteten Bayer Crop Science AG. Es war nur eine Frage der Zeit, dass das Unternehmen den „Landwirt im Nebenberuf“ zum Repräsentanten nach Berlin entsandte. Von 2006 bis 2016 war Norbert Lemken für die politische Kommunikation der Bayer CropScience AG verantwortlich. Seit 2017 vertritt er den Gesamtkonzern als Director Agricultural Policy in der Hauptstadt und ist politischer Ansprechpartner für die Crop Science Themen.

Ein Profi, der sich ebenso überzeugend und kenntnisreich den Fragen zur Unternehmenspolitik der Bayer AG, zur Übernahme des amerikanischen Konzerns Monsanto und den Auswirkungen von Schadenersatzprozessen rund um das Pflanzenschutzmittel Glyphosat in den USA stellt wie zu der oft sehr kritischen Bewertung des Einsatzes von Chemie in der Landwirtschaft. Norbert Lemken ist bodenständig und heimatverbunden – ein „klassischer Landwirt“, der sich um den Erhalt der Natur sorgt. Er ist gleichzeitig weltoffen und kennt die Zusammenhänge zwischen dem immensen Bevölkerungswachstum und der Notwendigkeit, Landwirtschaft zur Ernährungssicherung immer wieder neu zu denken und weiter zu entwickeln.

Wie er all dies geschafft hat und nach wie vor den stetigen Wechsel zwischen der Welt der Politik, Verbände und Medien und der Welt des „Mondscheinbauern“ bewältigt? Mit Leidenschaft – ein Wort, das häufig im Gespräch mit Norbert Lemken fällt. Es klingt aus seinem Mund nicht überheblich, sondern selbstbewusst und sympathisch zugleich, wenn er sagt, dass er „gut ist, in dem was er macht“ und dass er „für seine Aufgaben brennt“ – für „sein Unternehmen“, die Bayer AG und deren Unternehmensinteressen ebenso wie für den aus Pflicht und Verantwortung mit Leidenschaft weitergeführten landwirtschaftlichen Betriebes am Niederrhein.

So wunderte es nicht, dass das aufmerksame Publikum sich zum Ende des Gesprächs für die Offenheit und Klarheit seiner Ausführungen mit Wortbeiträgen und einem herzlichen Applaus bedankten. Schön, dass Norbert Lemken Mitglied des Westwind ist – und auch dabei nie müde wird, neue Mitglieder erfolgreich für den Verein zu gewinnen. Es stimmt einfach: Er ist einfach gut in dem, was er macht!

Photos ©Reiner Zensen