10. Oktober 2018

Pünktlich trafen 22 interessierte Mitglieder am Treffpunkt der "Nordischen Botschaften" ein, um im Verlauf einer zweistündigen Führung Informationen zur Architektur der einzelnen Botschaften zu erhalten.

Nordische Botschaften

So zahlreich wie die Länder, die sich nach dem Hauptstadtbeschluss von L991 in Berlin ansiedelten, so vielfältig ist die Architektur, mit der sie sich präsentieren. Der Rundgang wurde, dank der vielen Erläuterungen und Erzählungen der Stadtführerin, zu einem interessanten Erlebnis und führte von den Nordischen Botschaften mit dem eindrucksvollen Granit aus Norwegen zunächst zu der von einem Engel mit ausgebreiteten Flügeln "bewachten" Mexikanischen Botschaft mit ihrer interessanten Fassade aus geneigten Betonstelen, die wie ein Lamellenvorhang anmuten.

Von dort ging es an der Konrad-Adenauer-Stiftung vorbei zur Botschaft des Königsreiches von Saudi Arabien, dessen Gebäudekomplex von einem halbrunden Gebäudeteil mit einer Fassade aus quadratisch angeordneten ornamentalen Edelstahlelementen und einem zurückgesetzten gläsernen Kubus als Eingangsbereich dominiert wird.

Vorbei am Canisius-Kolleg Berlin, einem staatlich anerkannten, privaten katholischen Gymnasium unter der Trägerschaft des Jesuitenordens, und der Clara-Wieck-Straße wurde in der Hiroshimastraße die Botschaft ltaliens erreicht, deren historisches Gebäude von der italienischen Regierung zwischen 1999 und 2003 in allen seinen Teilen wieder aufgebaut wurde und inzwischen unter Denkmalschutz gestellt wurde. Sowohl in der Architektur als auch der Geschichte ähnelt es somit stark der direkt gegenüberliegenden Japanischen Botschaft.

Mexikanische Botschaft
Botschaft des Königsreichs von Saudi Arabien
Italienische Botschaft
Italienische Botschaft

Ebenfalls in der Hiroshimastraße gelegen ist die Griechische Botschaft, die allerdings einen sehr vernachlässigten Eindruck macht und deren moderner Anbau so gar nicht zu dem alten Gebäude passen will.

Die Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate mutet an wie ein orientalischer Palast. Das beeindruckende Gebäude in Berlins Botschaftsviertel interpretiert die arabische Architektur neu.

Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate

Das Ehrenmal der Bundeswehr in der Hildebrandstraße ist ein Stahlbetonquader, der mit einer durchbrochenen Bronzehülle verhängt ist, deren Struktur an die im Todesfall halbierten Erkennungsmarken der Soldaten erinnert. ln dem Raum der Stille werden für jeweils etwa fünf Sekunden Namen von über 3100 im Dienst ums Leben gekommener Soldaten an die Wand projiziert. Ein Buch des Gedenkens besteht aus 20 Bronzeplatten, auf denen die Namen aller Toten der Bundeswehr verzeichnet sind.

Das neue Gebäude der Estnischen Botschaft, ebenfalls in der Hildebrandstraße gelegen, ein im historischen Stil gehaltenes Wohnhaus, ist größtenteils bis heute erhalten geblieben.

Das Gebäude der Türkischen Botschaft besteht aus zwei Teilen, die durch ein gläsernes Atrium miteinander verbunden sind und besitzt eine Fassade aus Kalkstein. Das Portal aus Kupfer ist mehrere Stockwerke hoch und wird bei Dunkelheit angestrahlt. Leider und sehr zur Verärgerung der Teilnehmer wurde die Westwind Gruppe nicht vor dem Tor zur Botschaft geduldet und eindrücklich zum Weitergehen aufgefordert.

Vorbei an den Botschaften Südafrikas und Indiens sowie der Baden-Württembergischen Landesvertretung endete die Führung an der Österreichischen Botschaft.

Estnische Botschaft
Türkische Botschaft
Baden-Württembergische Landesvertretung

Nach diesem eindrucksvollen und informativen Rundgang durch das Botschaftsviertel versammelte sich die Gruppe zum gemeinsamen Ausklang im Restaurant "Mommsen Eck" am Potsdamer Platz, um dort bei Speis' und Trank die gewonnenen Eindrücke zu besprechen und zu vertiefen.