26. April 2018

Auf der Feier zum 10jährigen Jubiläum des Westwind am 26. April in der „Botschaft des Westens“ – der Vertretung des Landes NRW beim Bund – blieb der erwartete Schlagabtausch zwischen dem in Südtirol geborenen Rheinländer Konrad Beikircher und dem in Bochum geborenen Dortmunder Fritz Eckenga aus.

Als Westwind-Ehrenmitglied versuchte Konrad Beikircher zwar tapfer und mit der ihm eigenen, bewusst weitschweifigen rheinischen Rhetorik seinen Gesprächspartner mit Geschichten, Beobachtungen und spitzen Fragen aus der Reserve zu locken. Der Westfale blieb gelassen, konterte gut gelaunt, kurz und trocken mit eigenen Anekdoten und Einsichten. Dabei blieb er standhaft bei seiner Meinung, dass es zwischen den beiden größten Landesteilen keine nennenswerten Gegensätze gebe, und er auch einfach „keine Lust“ habe, künstlich welche herbeizureden. Die rund 250 Gäste der Geburtstagsfeier spendeten begeistert Beifall. Sie sahen sich bestätigt, dass „ihr Nordrhein-Westfalen“ – wenn auch mit einem Bindestrich verbunden, den Johannes Rau in Wuppertal verortet hatte - ein Land der Vielfalt und der Toleranz ist, geprägt von rheinischer Lebensfreude und Gelassenheit, westfälischer Verlässlichkeit und Beständigkeit und von der den Lippern nachgesagten schottischen Sparsamkeit.

Vielfalt und Offenheit – zwei Eigenheiten, die zuvor Stephan Holthoff-Pförtner, NRW-Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales, in seinem Grußwort besonders hervorgehoben hatte: NRW sei Teil „einer europäischen Großregion, die mit ihren Nachbarn im Westen über Jahrhunderte durch gemeinsame Geschichte, über Handel, Kultur und immer engere grenzüberschreitende Zusammenarbeit verbunden ist.“ Nordrhein-Westfalen – so Holthoff-Pförtner – „ist eine Heimat, die mehr als andere Regionen von Wandel geprägt ist und doch Identität und Geborgensein vermittelt.“

Er gratulierte den Mitgliedern des Westwind auch im Namen von Ministerpräsident Armin Laschet zum 10jährigen erfolgreichen Wirken als „Botschafterinnen und Botschafter des Westens“ und zu ihrem Beitrag zur „Völkerverständigung zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen“. Die Landesvertretung mit ihrem Leiter, Staatssekretär Dr. Mark Speich, und dem gesamten Berliner Team der NRW-Landesregierung werde die lebhafte Vereinsarbeit auch weiter tatkräftig unterstützen, denn es gelte, gemeinsam eine Brücke zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und den viel älteren preußischen Kernregionen in Berlin-Brandenburg zu schlagen und die Präsenz NRWs in der Bundeshauptstadt zu stärken.

Die enge Zusammenarbeit und das Selbstverständnis des Westwind als Partner der „Botschaft des Westens“ standen auch im Mittelpunkt der Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste, Förderer und Freunde des Vereins durch Leo Dautzenberg, der wenige Wochen zuvor zum neuen Vorsitzenden des Westwind gewählt worden war. Neben der ehemaligen Bundestagspräsidentin Frau Professor Rita Süßmuth konnte er auch seine beiden Vorgänger, Christoph Kannengießer und Erik Bettermann, sowie die Vertreter der Kooperationspartner des Westwind begrüßen, ohne deren Unterstützung viele Vereinsaktivitäten nicht möglich wären.

Dautzenberg betonte, dass der im März 2008 unter der Schirmherrschaft und mit Unterstützung der NRW-Landesvertretung gegründete „Westwind – Wir Nordrhein-Westfalen in Berlin e.V“ zwar kein Heimatverein sei, aber ganz selbstverständlich die enge Bindung seiner Mitglieder zu ihren Heimatregionen pflege und deren Vielfalt und Offenheit in der Bundeshauptstadt auf sympathische Weise vertrete.

Dautzenberg bedankte sich bei allen Akteuren und Mitgliedern, die das lebhafte Vereinsleben miteinander gestalten und versicherte, dass der Verein auch in Zukunft die Landesvertretung in Berlin auf dem Weg zu ihrem Ziel begleiten werde, die politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Impulse aus NRW in Berlin mit seinen Möglichkeiten zu vermitteln und zu verstärken.

In einer von Fotoimpressionen aus 10 Jahren Vereinsgeschichte untermalten kurzen Gesprächsrunde mit Leo Dautzenberg und seinem Stellvertreter, Klaus Brückner, berichteten einige Mitglieder (Marion Clausen, Bärbel Dieckmann, Norbert Lemken, Volker Oerter) über ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke aus dem Vereinsleben. Für sie sind die Möglichkeiten zur Begegnung und zum zwanglosen Austausch, viele interessante gemeinsame Erkundungen besonderer Orte und Aktivitäten in Berlin, die speziellen Aktivitäten und Veranstaltungen des Westwind vor allem in der schönen und gastfreundlichen „Botschaft des Westens“ in der Hiroshimastraße trotz eines vielfältigen Angebotes in Berlin immer etwas ganz Besonderes.

Schon beim Auftakt und während des „offiziellen Teils“ hatte die wunderbare Marie Joana mit ihrem Saxophon für gute Stimmung und manch wippenden Fuß gesorgt. Beim Empfang im Atrium mit einem reichhaltigen Buffet und mit einem oder mehreren Gläsern Wein und Bier, verstand es die Musikerin aus dem Spreewald, rasch Partystimmung zu erzeugen, die das eine oder andere Westwind-Paar auch zum Tanzen animierte.

„Es war eine schöne Geburtstagsfeier und ein toller Abend“ – so klang es einmütig bei der Verabschiedung vieler Gäste.

Auch für den Vorstand gilt: Ein guter Auftakt für ein neues Jahrzehnt der Vereinsarbeit im „Westwind – Wir Nordrhein-Westfalen in Berlin e.V.“!

© Fotos Thomas Ecke

Hans Henner Becker

Deutscher Bundestag, wiss. Dienst; Autor von Tango-Theaterstücken, Chef der „Tangonale“

WESTWIND ist für mich ein Brückenschlag zwischen der alten Heimat Düsseldorf und der neuen Heimat Berlin.